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Samuele Giovanoli (1877 - 1941), Alpetta




Beschreibung

Öl auf Karton, auf der Rückseite unten monogrammiert.
27.5 x 50 cm

Provenienz: Private Sammlung Oberengadin


Samuele Giovanoli *1877 Bondo/Bergell, † 1941 Fex

Stammt aus einer armen Bergeller Bergbauernfamilie. Als Schulbub war er in den Sommermonaten Schafhirte im Fextal, danach Lehrling bei einem Metzger. 1895 lies er sich im Haus "La Motta" im Fextal als Bergbauer nieder. 1900 heiratet er Anna Fümm aus Sils, von der er acht Kinder hat. Sie stirbt 1911 an der letzten Geburt. Im Sommer führt Giovanoli die Fremden auf die Berge, im Winter wirkt er als erster Skilehrer im Engadin. Freundschaft mit dem berühmten Bergführer Christian Klucker aus Sils. Giovanoli lebt zurückgezogen; unter der Bevölkerung gilt er als Eingenbrötler. Er liest viel. Als Bergeller italienischer Zunge, bemüht er sich um die deutsche Sprache. Zu seiner Lektüre gehören Goethe, Schiller, Nietzsche, die Bibel sowie naturwissenschaftliche Werke.
Nach dem Weggang des letzten Kindes 1931 fängt der Einsame an zu malen. Seine Motive findet er im Oberengadin, daneben entstehen Stilleben. Erst nach seinem Tod wird er als Künstler entdeckt und gewürdigt. Giovanoli ist einer der bedeutendsten naiven Maler der Schweiz. Seine Fantasie verwandelt die Naturvorbilder in poetische Gebilde, die oft von allegorischen Figuren eigener Erfindung belebt sind. Höhepunkt seines Schaffens sind seine Paradiesbilder, in denen die Landschaft ganz aus der Imagination stammt. (Kulturkommission des Verkehrsvereins Oberengadin, Das Oberengadin in der Malerei, 1985)


bisherige Gebote