51
Gottardo Segantini (Pusiano 1882 - Maloja 1974), Settembre, 1920



Beschreibung

Öl auf Leinwand, unten links signiert, rechts datiert, verso handschriftlich bezeichnet "Gottardo Segantini / Maloja 1920 / Settembre", der Künstler hält die frühherbstliche Landschaft um Maloja fest, im Vordergrund der Ortsteil Capo Lago bei Maloja und im Hintergrund links der Piz Lunghin, die Senke mit Lunghinsee und Septimerpass und rechts der Piz Grevasalvas.
75 x 100 cm

WICHITG: BEI DIESEM LOT WIRD DIE SCHWEIZ. MEHRWERTSTEUER AUF DEM GESAMTBETRAG (ZUSCHLAG PLUS KOMMISSION) ERHOBEN.

Provenienz: Privatsammlung Mailand, Privatsammlung Rom

Als Sohn des berühmten Künstlers Giovanni Segantini kann Gottardo fast als Dichter seiner Heimat, der seine Sujets aus einer frischen unmittelbaren Vision der Landschaft schöpft, die er in Kompositionen voller poetischer Harmonie umsetzt, bezeichnet werden. Obwohl seine Malweise nicht ganz frei von Anklängen an das Werk seines Vaters ist, sind die Bilder Gottardos vor allem sehr persönlich. Dies zeigt sich in seiner Verwendung von leuchtenden Farben, die reich an subtilen Variationen und sorgfältig abgestuften und überblendeten Farbpassagen sind, deren harmonische Bandbreite frei von schroffen Kontrasten und schrillen Nebeneinanderstellungen ist. Darüber hinaus unterscheidet ihn die divisionistische Technik, die er anwendet, von der Arbeitsweise seines Vaters, indem er an einer hellen, evokativen Erfindungsgabe festhält, die an musikalische Notation erinnert und eine kompositorische Lesart hervorruft, die derjenigen ähnelt, die man bei den Werken des französischen Impressionismus erlebt.
Maloja Settembre 1920, zu dem es eine vorbereitende Studie aus demselben Jahr mit dem Titel „Alpenherbst“ (Öl auf Leinwand, 30,3 x 40,2 cm) gibt, ist emblematisch für die poetische Manier Segantinis im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, in dem die Natur immer noch das einzige legitime Erfahrungsfeld des Malers ist, während die Wiedergabe des Lichts das Werkzeug ist, mit dem er die flüchtige Realität des Augenblicks in ein dauerhafteres imaginäres Ideal übersetzt. (Quelle: Trinity Fine Art, London, übersetzt aus dem Englischen)


bisherige Gebote