52
Johann Jakob Hauswirth (1809–1871), In der Käserei




Beschreibung

Scherenschnitt, schwarzes Glanzpapier auf Papier montiert, altgerahmt.
19 x 23 cm

Johann Jakob Hauswirth, * 1809 in Saanen, † Im Etivaz 1871

JOHANN JAKOB HAUSWIRTH Hauswirth wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und war des Schreibens und Lesens nicht mächtig. Als Taglöhner, Holzhauer, Köhler zog er durchs Saanenland, das Pays d’Enhaut, sowie die angrenzende Gegend und verdiente so sein täglich Brot. Er hat wohl erst um 1850 mit dem Scherenschneiden begonnen, anfänglich sind diese schwarz und von einfacher Ausführung, mit zunehmendem Alter werden sie farbiger und reicher. Ob Hauswirth seine Scherenschnitte als Dank für „gehabtes Obdach“ hinterliess, sie an die vorwiegend englischen Touristen oder gar Einheimischen verkaufte, ist nicht genau belegt. Auf alle Fälle fanden sich um die Jahrhundertwende fast in jedem Haushalt des Saanenlandes und des Pays d’Enhaut ein Hauswirth. Angeblich riesig von Gestalt mit entsprechend klobigen Händen, konnte er die Schere nur mittels Drahtschlaufen halten und führen. „Hauswirth gilt als eigentlicher Erfinder des bäuerlichen Scherenschnittes. Seine Schnitte entstanden aus dem leeren Raum, als „zweckloser Zeitvertreib“, aus menschlichem Bedürfnis nach Gestaltungs- und Zierkunst, das eine völlig eigenständige Blüte hervorgebracht hat. Hier ist ein schöpferischer Funke gesprungen, angefacht durch die Freude des Schauens, des Mitfühlens, des inneren Erlebens.“ (Zitate: Franziska Haldi, Anzeiger von Saanen 2009)


bisherige Gebote